Tagebucheintrag vom 29. Januar 1946Parallelansicht ⇨
Nachlass Faulhaber 10024, Seite 39,41

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Dienstag, 29.1.46. Ein schrecklicher Tag. 9.00 Uhr Nuntius Chiarlo von Kronberg. Er ist schon einige Tage hier, die Polen und Lettländer und Ukrainer zu besuchen. Celebrierte in den Lagern, verteilt einige Zigaretten, einige Worte vom Heiligen Vater, seine Mission sei aber nicht caritativ, sondern diplomatisch. Die beiden großen Wägen stellt er bei mir ein. Hauptanliegen: Meine Reise nach Rom. Ein Herr Dr. Max begleitet ihn, wird zu mir kommen: Wenn mit Aeroplano sofort bereit. Er selber würde es nicht nehmen, weil schwer gelitten. Ich: Dann würde der Arzt mitkommen – also lieber treno. Über die russischen Bischöfe: Nicolaj sospetto, besonders seine Conversion, auch der in Pasing nicht ganz sicher.

Nuntius Orsenigo. – Muß warten. Die Begegnung scheint nicht ganz freudig. Mißtrauisch gegen die Ausländerbischöfe. Bringt Briefe mit. Wir gehen ins andere Zimmer.

Sitzung – danach. Drei Herren: Monsignore Tiernan aus Frankfurt, spricht italienisch, der oberste Kaplan, Martin Eduard - ein sehr feiner Mann und Dr. Max. Will alles tun für die Reise nach Rom, auch er würde lieber vier Tage im treno als vier Stunden im airplain. Von Innsbruck in die Schweiz also Paß auch dafür. Wenn kein Special Car, sei nicht böser Wille sondern Unverständnis. Ich bin zufrieden, wenn ein Abteil im Wagen auch ohne speziellen Wagen. Zwei Tage gewöhnlich in der Schweiz.

13.00 Uhr der amerikanische Priester Colonel Birmans mit einer wichtigen Mission von Frankfurt?

16.00 Uhr Muhler: abgeordnet für Landesausschuß – von den Bischöfen – aus welchen Gründen. Ich werde seine Annahme an Pfeiffer melden.

16.30 Uhr Franziskanerpater Sebastian Kovacs aus Ungarn Lazarettgeistlicher in Neuburg, macht jetzt Exercitien in Fürstenried. Will nur den Segen.

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Aus Sudetenland Abordnung Königgrätzer Diözese, Friedrich Driemer führt das Wort, Josef Klodner, Kaplan in Hohenelbe, Pater Johann John. P.S.M., Pater Dr. Paulus Sladek O.S.Aug, Flüchtlingsseelsorger in München, Prinzregentenstraße 12/2. Von Generalvikar geschickt, bleiben eineinhalb Stunden. Alles wieder, was in den Denkschriften stand. Ich soll einen Aufruf erlassen. Die anderen Bischöfe sind so schwer zu erreichen – er will es besorgen.

Chefarzt von Gauting, Dr. Sochaczewsky, Arm in der Binde. Ein Verwalter, Koch, kommt mit. Von den 82 Franziskanerinnen, Aachen, die noch hier sind, sollen 31 zurückgezogen werden bis 1. März. Dafür Lösung? Ich werde mit der Generaloberin der Barmherzigen sprechen. Übergang machen, einige Monate hinausziehen. – Ob ich ein Zeugnis für den Erzbischof von Köln gebe? Unmöglich. Telefon 885234.
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