Bernhard SchillingParallelansicht ⇨
Gesprächsprotokoll, 26. Mai 1934

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Markorientalis.

26.5.34. Zuerst das persönliche Anliegen, Conversion nicht so lang hinausschieben bis Muhler zurückkommt, sondern Landgraf. Gebe ihm ein Buch von Pater Heribert. Ist jetzt so weit. Ob sein Sohn nicht getrennt und später, weil er jetzt 18 Stunden Dienst in der Woche? Nein, der Sohn will es nicht hinausschieben.

Dann seine kulturelle Sache. Es seien ihm Millionen angeboten worden, aber er will nicht lauter Judengeld. War inzwischen in Berlin und dort sehr erfreut, daß süddeutscher Katholik so etwas tun will. War auch in Paris, ein Herr von der Botschaft sagte ihm: Schreiben Sie das, was Sie gesehen haben, nach Berlin. Er: Dann würde ich verhaftet werden. Nein, sie glauben uns nicht. Der Führer will nichts Unangenehmes. Die Ältesten seien aufs Land verteilt worden, um zu horchen, aber er will nichts davon hören. Mehr und mehr aufs Politische kommt er, spricht aber meist selber: In drei Wochen überhaupt keine Golddeckung mehr. Der Übergang wird sehr blutig werden, denn sein Sohn sagt, jeder habe bereits zwei oder drei im Auge, die sterben müßten, besonders die aus Dachau Entlassenen so verbittert .. Auf den Sparkassen sei überhaupt kein Geld. Das sei alles für Arbeitsbeschaffung angelegt. Im Volke bereits Panik, kaufen Stoffe ein in Schlangenlinien. Er spricht von der Mitarbeit der Kirche. - Ich hatte begonnen, für die Sittlichkeit des Volkes müße die Kirche mitarbeiten und habe immer vorgearbeitet, aber jetzt habe sie keine Presse mehr und keine Stimme in der Öffentlichkeit - er aber scheint es politisch zu meinen: Die Kirchen müßen dann streng sein ... Er verurteilt die Gemeinschaftserziehung, Zeltlager unter 16 und 18 Jährigen. Er: sein letztes Wort: Wir müßen wieder unseren König haben. Darauf gebe ich keine Antwort. Vorher er: Das bayerische Königshaus habe sich nicht belastet wie das preußische. Sie hätten das ganze Volk geeinigt, aber in einem anderen Sinn.
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