Tagebucheintrag vom 22. Mai 1941Parallelansicht ⇨
Nachlass Faulhaber 10020, Seite 42

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Donnerstag, 22.5.41. Christi Himmelfahrt - durch den Generalbevollmächtigten für Reichsverwaltung auf Sonntag verlegt. Kirchliche Veranstaltungen sollen das Maß „wie an gewöhnlichen Werktagen“ nicht überschreiten. Firmung Sankt Michael, Dom III, 335. Pater Wiedemann predigt. Haltung gut.

Nachmittag Dauergewitter und Hagel, will immer noch nicht warm werden.

Wilmsen hat ein Manuskript Metaphysik als Erfolg der neuen Philosophie - leider nicht Zeit dafür. Ob er nicht wieder ins Ruhrgebiet zurück soll. Seine Mission sei doch der Kommunismus. Respondeo: er kann körperlich die Arbeit nicht leisten. Der Zentner Kohle kostet bei uns 2 M.; Die Arbeiter in der Grube müssen 800 m tief die Tonne (!) für 25 Pfennig hauen und aufladen. 150.

Elisabeth Syffert: Durch die Vorgänge in Tutzing seelisch sehr ergriffen. Die Eltern fragen, ob man draußen bleiben soll. Gewiß, aber nicht jeden Tag im Winter in die kalte Kirche.

18.00 Uhr Generalvicar: Verhaftung von Thalhamer, ohne daß wir nach acht Tagen Grund wissen. Er will an Wienken schreiben.

Heute mein Schreiben, acht Seiten, in der letzten Nacht diktiert, vervielfältigt für Nuntius und Wienken.
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