Tagebucheintrag vom 12. Februar 1923Parallelansicht ⇨
Nachlass Faulhaber 10008, Seite 16

12. Februar, Montag. Englische Fräulein bringen die Constitutionen - zum Durchlesen und andere zum Vergleich. Die Eingabe nach Rom gebe ich zurück, weil lieber bitten, daß das Generalkapitel überhaupt verschoben wird wegen Zeitverhältnissen. Wie mit dem zweiten Noviziatsjahr zu halten? Unmöglich die Universität zu besuchen. Die Barmherzigen Schwestern sollten halt auch zu ihren Vorstellungen kommen dürfen - weil sie besonders mit ihnen befreundet.

Pater Rupert Mayer wegen Nationalsozialisten und deren Stellung zum Christentum. In der Kongregation hat er es behandelt und fürchtet, er sei bei mir verklagt worden, auch beim Provinzial. Gibt mir das Buch von Junge. Am 4. März eine feierliche Versammlung in Sankt Michael: Bischof Schreiber predigt und ich soll dann Prozession halten.

Oberlandesgerichtsrat Christ mit seinen beiden Kindern . Endlich Wohnung gefunden. Ich soll keinen Gegenbesuch machen. Er will bei mir Möbel einstellen.

13.00 Uhr bin ich zu Tisch bei Baron Geier: Er spricht von seinem Magnesit in Tirol, im Zillertal ihn einmal begleiten? Die Frau Baronin zeichnet die kleine Gunzihauszeitung.

Kurzbesuch bei Frau Architekt Hölzle und auf dem Heimweg in dem kalten Wetter wohl wieder verkältet.

Abends Ciccioli, der mir den dritten Band Wilpert bringt und für zehn Dollar Stipendium erhält.