Tagebucheintrag vom 3. Januar 1923⇦ Einzelansicht
Nachlass Faulhaber 10008, Seite 3,4

3. Januar. Benefiziat Schmaus, Neuherberg, erhält für den philosophischen Kurs Köln 157 000 M. in Stipendien.

Baronin Hartmann - ihr Sohn hat ein Fräulein von Beulwitz kennengelernt und als „Ehrenmann“ sie geheiratet, weil Toerring es wollte. Wollte aber frei sein - ich soll die Akten anschauen, die bereits in Augsburg sind. Soll zu Professor Knecht gehen.

Pater Heribert - ob ich zur Generalversammlung der Heimatmission komme - Ja, wenn Ende Januar. Ob sie sich der Laienhilfe von Freiburg anschließen sollen - machen wir es örtlich.

Commendator Primbs - bringt weinend Nachricht vom Tod seines Freundes Pröbes. Heute früh 3.30 Uhr, „aber die Schwester war bei ihm“.

Dr. Heilmann von „Sonntag ist's“, bringt von einem Leser seiner Zeitung aus Amerika 168 000 M. für die Armen, - ich überweise gleich an Generalvikar „Hoffentlich haben Sie in ihrer Zeitschrift nicht mit meinem Namen gesammelt“ - bringt Pater Remigius von Sankt Vincenz Abbey aus Amerika mit.

Fräulein Bodenius - klagt über die schlechte Welt, erhält 4 000 M. Unterstützung.

Nachmittag besuche ich Corpus-Christi-Kapelle und dann das Klösterlein. Fräulein Olga ist Hausverwalterin (Sparz), die Studentinnen sind in den Ferien. Der kleine Chor etwas feucht. Durch die Schneckenstiege oben hinauf in den Paramentensaal, wo zwei Frauen arbeiten, von dort in die Empore der Kapelle. Erhalten Bildchen.

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Herr und Frau Schubert, Pfarrei Sankt Silvester, schreiben: Am Siegestor, 28.12. um 17.00 Uhr Nachmittag, hätte ich eine einfache Frau gegrüßt und ein gutes neues Jahr gewünscht. Vor lauter Freude hätte die Frau keine Entgegnung gefunden, darum jetzt schriftlich.

Aus der Neujahrliste: Rhätia, Landgerichtsrat Kemmer, Abt Sankt Bonifaz, Baron Geier, Baronin Branca, Pater Provinzial Bea, S.J., Lucius Dantscher , Matthias Krieger, Schwester Agatha , Rotes Kreuz, Baronin Rodich, Frau Oberregierungsrat Dr. Albert Schmitt, Elsner vom Männerverein Sankt Paul, Peter Steimer, Oberin Weber vom Roten Kreuz, Pater Grisar, Anton Kagerer.

Abends ins Mutterhaus zum Bad - der Zucker wird immer stärker, jetzt 0,3, und die Begleiterscheinung immer drastischer. In der folgenden Nacht furchtbares Stoßen des Herzens, wechselnder Puls, Asthma.